Warum ERP- und Warenwirtschaftssysteme kombinieren?

2. Juni 2020 / Kategorie E-Commerce ERP Warenwirtschaft

Nicht zuletzt durch den immer größer werdenden Leistungs- und Qualitätsdruck im E-Commerce sind sie heute aus dem Onlinehandel kaum noch wegzudenken: ERP- und Warenwirtschaftssysteme.

Verschiedene ERP- und Warenwirtschaftssysteme unterscheiden sich teilweise stark voneinander. Jedes Produkt auf dem Markt hat seine eigenen Stärken und Schwächen.

Obwohl ERP-Systeme oft eine eigene Lagerhaltung beinhalten, werden in der Praxis für eine Unternehmung oft ERP- und Warenwirtschaftssysteme miteinander verknüpft, um Stärken zu kombinieren oder Schwächen abzufangen. Aber macht es Sinn, dadurch eine erhöhte Komplexität in Kauf zu nehmen?

Was ist der Unterschied zwischen ERP- und Warenwirtschaftssystem?

ERP steht für Enterprise Ressource Planning. Mit dieser Abkürzung werden Software-Systeme beschrieben, mit denen betriebliche Ressourcen (Kapital, Produktionsgüter, …) verwaltet und gesteuert werden können.

Ein Warenwirtschaftssystem dagegen hat den ganz klaren Fokus auf die Lagerhaltung der fertigen Produkte und deren Auslieferung an den Kunden. Features wie Retouren-Management, Versandprozesse, … sind oft zusätzlich im Funktionsumfang eines Warenwirtschaftssystems enthalten.

Wieso gibt es so viele verschiedene ERP-Systeme?

Viele Warenwirtschafts- bzw. ERP-Systeme sind sog. Nischenprodukte. Das bedeutet, dass sich diese Systeme ganz gezielt auf eine Branche oder einen Anwendungsfall konzentrieren. Das kann z.B. das Warenwirtschaftssystem für Textilien, das auf Meterware spezialisiert ist, oder das ERP-System für chemische Mischungen und deren Produktion sein.

Die Entstehung dieser Systeme ist dabei oft historisch begründet: in vielen Fällen wurde ein ERP-System zuerst für einen (Groß-)Kunden entwickelt, der für sein Problem keine Lösung auf dem Markt fand. Nach Fertigstellung des Systems haben sich dann Softwaredienstleister und Kunde dazu entschlossen, das entstandene Produkt zu vermarkten, um es anderen Unternehmen zugänglich zu machen und – natürlich – um zusätzlich Geld zu verdienen.

Der Vorteil von Nischen-ERP-Systemen liegt dabei auf der Hand. Wenn ich eine auf mein Business spezialisierte Software finde oder selbst entwickle, kann ich meine internen Prozesse oft ausgesprochen gut abbilden und genieße Features, die meine Produktion und/oder meine Lagerhaltung optimal ergänzen. Dadurch entstehen klare Wettbewerbsvorteile aber auch hohe Entwicklungskosten für das Unternehmen.

Oft sehen so entstandene Software-Lösungen aber nicht über den Tellerrand hinaus und erschweren das spätere Erschließen neuer Märkte. Der Grund dafür ist leicht gefunden: entwickelt ein Software-Dienstleister für mein Unternehmen eine neue ERP-Lösung, kostet jede weitere Funktion Zeit und Geld. Also wird als Folge daraus der Fokus ganz gezielt auf die im Moment notwendigen Funktionen gelenkt.

 Vorteile eines separaten Warenwirtschaftssystems

Obwohl, wie bereits erwähnt, ERP-Systeme in der Regel selbst die Funktionalität von Lagerhaltung und Versand fertiger Erzeugnisse bereitstellen, macht es trotzdem in den meisten Fällen Sinn, ein separates Warenwirtschaftssystem in den eigenen Betrieb zu integrieren.

Der immer größer werdende Leistungs- und Qualitätsdruck, nicht nur aber v.a. im Versandhandel, zwingt zusammen mit der sog. Marktzykluskontraktion – immer kürzer werdende Abstände zwischen Marktveränderungen – jedes Unternehmen im E-Commerce, flexibler zu werden.

Dabei ist der Druck für den Kundenservice am größten. Die Ware muss immer schneller und günstiger beim Kunden landen, Retouren müssen in immer kürzeren Zeiträumen bearbeitet werden, Anfragen der Kunden müssen am besten sofort beantwortet werden. Andernfalls ist man in der heutigen Zeit nicht mehr konkurrenzfähig.

Ohne Automatisierung im Versandprozess ist derartiger Kundenservice nicht möglich, deshalb kommen hier Warenwirtschaftssysteme ins Spiel. Ein gutes Warenwirtschaftssystem, das den Versandhandel im E-Commerce im Blick hat, unterstützt Ihr Unternehmen hier enorm. Anders als ein ERP-System, das oft speziell für Produktions-Prozesse entwickelt wurde, kann sich ein Warenwirtschaftssystem unabhängig von der Art des Enderzeugnisses voll und ganz auf den Versandprozess und den Service für den Kunden konzentrieren.

Warenwirtschaftssysteme wie JTL-Wawi (in Verbindung mit JTL-WMS) haben es dadurch geschafft, hochspezialisierte Lösungen für den E-Commerce zu entwickeln, die Grundfunktionalitäten für fast alle Arten von Produkten beinhalten und somit flexibel eingesetzt werden können. So können aus einer Wawi heraus ohne großen Aufwand verschiedene Marktplätze, ein oder mehrere eigene Onlineshops und unterschiedliche Marketing-Kanäle bespielt werden, Bestellungen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und über mehrere Versanddienstleister versendet werden.

Schnittstellen

Wo zwei (IT-)Systeme nebeneinander koexistieren und miteinander kommunizieren, sind Schnittstellen zwingend erforderlich. In dem hier beschriebenen Szenario ist die Schnittstelle zwischen ERP und Wawi allerdings sehr simpel.

In den meisten Fällen reicht es aus, bei abgeschlossener Produktion im ERP-System die Änderung des Lagerbestands der entsprechenden Produkte ins Warenwirtschaftssystem zu übertragen. Ab diesem Punkt übernimmt dann die Wawi… und kümmert sich um alle Belange in Verbindung mit dem Kunden.

Diese sowie in Einzelfällen zusätzliche benötigte Schnittstellen zwischen ERP- und Warenwirtschaftssysteme müssen von einem Fachmann umgesetzt werden, um einen möglichst automatisierten und reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können. Die webDa Medien GmbH ist so ein Fachmann: wir haben bereits unzählige Kombinationen aus ERP- und Warenwirtschaftssystemen miteinander verknüpft und individuelle Schnittstellen entwickelt. Nehmen Sie bei Interesse einfach direkt Kontakt zu uns auf: Kontaktformular

Fazit

Arbeitsteilung war nicht nur in der Geschichte der Menschheit ein wichtiger Schritt in Richtung Produktivität und Qualität, sondern hat auch im Aufbau von IT-Systemen bereits Einzug erhalten.

Die eierlegende Wollmilchsau für die eigenen Geschäftsprozesse ist nicht nur sehr selten, sondern auch unflexibel, träge und – v.a. falls individuell entwickelt – teuer.

Eine Kombination aus spezialisiertem ERP-System zusammen mit einer auf den Versandhandel ausgelegten Warenwirtschaft wird Sie also für weniger Geld weiter bringen und lässt Sie schneller auf Veränderungen im Markt reagieren.