Apples Tracking-Opt-In – Kein Tracken ohne Erlaubnis!

4. August 2021 / Kategorie Social Media

Einmal in einer Shopping-App nach neuen Schuhen geschaut, kann das schnell einen faden Beigeschmack haben. Man klickt auf das Produkt und schon kann die Anfrage nicht nur mit Ihrem Gerät verknüpft werden, sondern die App kann Sie auch über andere Apps und Webseiten hinaus verfolgen und Ihnen dort die passende Werbung anzeigen.

Wie funktioniert das Werbe-Tracking?
Bei iPhone und iPad läuft das Werbe-Tracking über die Ad-ID, auch bekannt als Werbe-ID, eine willkürlich generierte Zahl, welche ein bestimmtes Gerät klassifizieren kann. Somit kann das Nutzerverhalten über verschiedene Apps und Webseiten verfolgt werden und das nur anhand dieser ID. Die gesammelten Informationen können nun von Werbenetzwerken genutzt werden, um personalisierte Werbung zu schalten. Wenn man beispielsweise in einem Onlineshop nach einer Jeansjacke gesucht hat, erhält man anschließend auf verschiedenen anderen Seiten oder auch in Apps, Werbung für diese Jacke. Solch personalisierte Anzeigen sind teurer, daher können Werbetreibende einen höheren Preis fordern. Der Markt hinter personalisierter Werbung ist riesig.

Was bedeutet das Tracking-Opt-in mit iOS 14.5?
Für den App Store hat Apple neue Tracking-Richtlinien festgelegt. Mit diesen Richtlinien sollen User von Apple Endgeräten besser vor ungewolltem Werbe-Tracking geschützt und Funktionen des Betriebssystems unterstützt werden. Seit Frühjahr 2021 benötigen Apps eine Erlaubnis der User, um die Aktivitäten dieser zu tracken. Erst nachdem der Nutzer seine Zustimmung zum Tracking erteilt hat, dürfen die Apps auf die gerätespezifische Identifikationsnummer zugreifen. Tracking bezieht sich auch auf die Weitergabe von Benutzer- oder Gerätedaten an Datenbroker.

Facebook & Instagram
Das soziale Netzwerk ist einer der größten Kritiker von Apples Tracking-Opt-in. Es versuchte mehrmals, die Einführung zu unterbinden. Um das von Apple vorgeschriebene Tracking-Opt-in einzuholen, deutet Facebook in einem Hinweisdialog an, die Apps könnten kostenpflichtig werden. „Diese iOS-Version sieht vor, dass wir dich um Zustimmung bitten müssen, um deine Aktivität, die uns von dir besuchte Apps und Websites senden, erfassen […] zu können“, heißt es in dem Dialog, der teils auch schon in Deutschland in Facebook und Instagram erscheint. Die Zustimmung sorge für „bessere Werbung“ und „helfe, dass Facebook kostenlos blieb“.

Wie viel Datenschutz bringt die neue Tracking Richtlinie?
Apps können weiterhin Daten von Nutzern wie beispielsweise Zeiten, Nutzungsgewohnheiten und Klicks sammeln und diese an Werbetreibende und Trackingdienste weiterleiten. Ein Beispiel hierfür ist Facebook. In der App sowie in allen dazugehörenden Apps (Instagram & WhatsApp) kann die Aktivitäten der Nutzer weiter und ohne Erlaubnis verfolgt und an externe Dienste übermittelt werden. Die neue Tracking Richtlinie verhindert ausschließlich die Zusammenführung von mehreren verschiedenen Apps.

Fazit:
Nur weil das Werbe-Tracking deaktiviert ist, heißt das natürlich nicht das keine Werbung mehr angezeigt wird. Webseiten und Apps können weiterhin Werbung anzeigen, diese ist aber nicht personalisiert. Die vorgenommenen Änderungen mit dem Tracking-Opt-In sind ein Schritt zu mehr Datenschutz.

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